Katastrophenschutz übt in Mohorn

Am Donnerstag, den 6. September fand am Lokschuppen Mohorn eine Übung der besonderen Art statt. Feuerwehrfrauen und -männer des im Katastrophenschutz des Landkreises organisierten Erkundungszuges probten die Bergung von Gefahrenstoffen. Das Szenario war simpel, und trägt sich so immer wieder zu: Es wird illegal abgelagerter Müll gefunden, bei dem es sich augenscheinlich um Gefahrgut handelt. Zur Bergung dieser Gegenstände bedarf es besonderer Vorsicht, denn die Lage ist für die Feuerwehrleute zunächst völlig unklar: Um welche Stoffe handelt es sich? Besteht Explosionsgefahr? Darf die Umgebungsluft überhaupt noch eingeatmet werden?

An der Übung nahmen die Kameraden und Kameradinnen der Ortswehr Mohorn mit ihrem Löschfahrzeug und Mannschaftstransportwagen teil. Vom Katastrophenschutz waren zwei Erkundungskraftwagen für Gefahrgut aus dem Landkreis dabei. Das eine Fahrzeug kam aus Neustadt. Das andere Fahrzeug ist in Mohorn im Gerätehaus stationiert und hatte die weitaus kürzere Anfahrt. Zur Erkundung der Lage mussten die Kameraden des Erkundungszuges jeweils einen Chemikalienschutzanzug (CSA) anlegen, der sie komplett von der Umgebung abschottet. Unter dem dicken Gummianzug befindet sich das Atemschutzgerät, das dem Kameraden mit der nötigen Atemluft versorgt.

Nachdem sich die Kameraden den vermeintlich gefährlichen Objekten genähert hatten, wurde ein Zwischenfall simuliert. Ein Kamerad im CSA brach plötzlich zusammen. Nun war Eile geboten. Der Verunfallte steckte in einem dicken Gummianzug, der möglicherweise mit lebensgefährlicher Chemie kontaminiert war. Ein Rettungstrupp, der ständig an der Gefahrengrenze ebenfalls mit CSA bereitsteht, holte den zusammengebrochenen Kameraden mit der Trage aus dem Gefahrenbereich. Bevor erste Hilfe geleistet werden konnte, musste jedoch noch die Dekontamination vorgenommen werden. Kameraden reinigten den Anzug von außen mit Wasser. Als eine Gefahr für die Ersthelfer ausgeschlossen werden konnte, wurde der Kamerad aus dem CSA herausgeholt und dem improvisierten Rettungsdienst übergeben.

Diese umfangreiche Übung war für alle Beteiligten sehr lehrreich. Insbesondere die Rettung eines verunfallten Kameraden bedarf großer Vorsicht. Gleichzeitig ist größte Eile geboten. Sollte beispielsweise das Atemschutzgerät defekt sein, reicht die Atemluft in dem Gummianzug nur für wenige Minuten.

By | 2018-10-03T01:30:15+00:00 September 13th, 2018|