Ein hilfsbereiter Feuerwehrchef mit Herz und Humor

Über viele Jahre leitete Werner Müller die Einsatzkräfte in Wilsdruff. Nun ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Wilsdruff. Werner Müller war immer zur Stelle, wenn es brannte und wenn Hilfe gebraucht wurde. Der Wilsdruffer war 64 Jahre ein Feuerwehrmann mit Herz und Seele. Wie seine Familie jetzt informiert, ist er im Alter von 82 Jahren gestorben.

Werner Müller war ein Urgestein der Wilsdruffer Wehr. Bereits 1954 trat er im Alter von 18 Jahren in die Feuerwehr ein. Von 1969 bis 1997 war er als Wehrleiter in Wilsdruff tätig, von 1997 bis 2003 Stadtwehrleiter für die Gesamtstadt. 2004 nahm er anlässlich des 140-jährigen Bestehens der Wilsdruffer Feuerwehr zum letzten Mal die Parade „seiner Wehr“ ab. 2003 übernahm Werner Müller das neu geschaffene Ehrenamt des Gewässerbeauftragten unterwegs. Er kontrollierte regelmäßig 80 Kilometer Wasserläufe in der Gemeinde.

„Werner hat viele Umstrukturieren begleitet“, sagt sein langjähriger Begleiter Siegfried Sautner, der jetzt stellvertretender Stadtwehrleiter ist. Werner Müller sei es gelungen, nach den Eingemeindungen die jeweiligen Ortswehren in die Gesamtwehr zu integrieren. „Er war ein humorvoller und zuverlässiger Mensch“, sagt Sautner. „Ich habe viel von ihm gelernt, er hat mir gutes Handwerkszeug mitgegeben.“ Auch Wilsdruffs Bürgermeister Ralf Rother (CDU) lernte Werner Müller nach seinem Amtsantritt 2003 schätzen. „Ich habe von seinem Wissen und seiner Lebenserfahrung rund um die Feuerwehr und weit darüber hinaus viel lernen dürfen. Ganz besonders geschätzt habe ich ihn als Mensch mit einem großen Herz, Humor und Hilfsbereitschaft“, sagt der Rathauschef. Er habe mit Werner Müller einen Freund verloren.

Verdienste erwarb sich Werner Müller auch beim Bau der Wilsdruffer Pyramide. Vom ihm ging die Initiative dazu aus. Er gewann dafür viele fleißige Unterstützer in der Stadt, packte aber auch selbst mit zu, schließlich war er gelernter Tischler. Bis zur Rente hat er 50 Jahre in diesem Beruf gearbeitet. Seine Brötchen verdiente er sich in Wilsdruffs Möbelfabriken.

Auch privat werkelte Werner Müller viel. In seinem Haus hatte er sich im Keller eine komplette Werkstatt eingerichtet. Dort hat er in seiner Freizeit viel getischlert und gedrechselt. Hier entwarf er nicht nur rund 70 Figuren für die Pyramide, sondern hier entstanden auch Dutzende Weihnachtsfiguren. Im Dezember 2013 drehte sich die Pyramide zum ersten Mal beim Lichterfest.

Quelle: SZ-Online.de

By | 2018-08-07T09:23:52+00:00 August 7th, 2018|