Am April 2014 kam es auf der B 173 zwischen Grumbach und Herzogswalde zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Dabei starb ein 33-jähriger Motorradfahrer, der zuvor mit einem BMW kollidiert war. Der Mann zählt zu den insgesamt 17 Verkehrstoten, die es im vergangenen Jahr im Landkreis zu beklagen gibt. Die Polizei verzeichnet in ihrer Statistik eine Zunahme der schweren Verkehrsunfälle, bei denen es Tote gab. Archivfoto: Roland Halkasch

Am April 2014 kam es auf der B 173 zwischen Grumbach und Herzogswalde zu einem tödlichen Verkehrsunfall. Dabei starb ein 33-jähriger Motorradfahrer, der zuvor mit einem BMW kollidiert war. Der Mann zählt zu den insgesamt 17 Verkehrstoten, die es im vergangenen Jahr im Landkreis zu beklagen gibt. Die Polizei verzeichnet in ihrer Statistik eine Zunahme der schweren Verkehrsunfälle, bei denen es Tote gab. Archivfoto: Roland Halkasch

Die Unfallstatistik zeigt den höchsten Wert seit Jahren. Und das ist nicht die einzige unerfreuliche Entwicklung.

Von Matthias Weigel

Die Zahl der Toten bei Verkehrsunfällen ist im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge angestiegen. Das geht aus der jüngsten Unfallstatistik der Polizei für 2014 hervor. Demnach starben zwischen Januar und Dezember in der Region insgesamt 17 Personen im Straßenverkehr. Das ist der höchste Wert seit Jahren. 2013 waren es noch elf Tote. Zum Anstieg sagt Peer Barthel von der Verkehrspolizeiinspektion: „Es gab vor allem mehr Unfälle, bei denen jeweils zwei Menschen ihr Leben verloren haben.“ Das treibe natürlich die Statistik nach oben. Kinder waren 2014 nicht unter den getöteten Personen.

Etwas weniger Unfälle, dafür aber mehr Verletzte

Im Landkreis ereigneten sich im vergangenen Jahr 5 616 Verkehrsunfälle. Die Zahl sank um 139 oder 2,4 Prozent gegenüber 2013. Sie ist damit auch die niedrigste seit einigen Jahren. Anders hingegen stellt sich das bei der Zahl der Verletzten dar. 1 028 Personen wurden laut Statistik 2014 bei Verkehrsunfällen verletzt: 734 leicht (+83) und 277 schwer (+32). Darunter waren auch 24 schwer und 58 leicht verletzte Kinder. Sie verunglückten als Radfahrer (22-mal), Fußgänger (23-mal) und Mitfahrer (37-mal). Leicht gesunken ist die Zahl der Unfälle, bei denen sich der Verursacher aus dem Staub gemacht hat. Die Polizei verzeichnete 2014 im Kreis 1 177 Unfallfluchten (-28). Zwei von fünf Fällen konnte man aufklären.

Die Hauptursachen bleiben Raserei und Vorfahrts- und Abstandsfehler

Hauptursachen bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden waren im Landkreis unangepasste Geschwindigkeit (22 %), gefolgt von Vorfahrtsverletzungen (14 %) und zu geringem Abstand (13 %). Auch Überholen, Alkohol bzw. Übermüdung und Fahrfehler beim Wenden, Rückwärtsfahren, Anfahren und Parken gehören allgemein zu häufigen Unfallursachen. Technische Mängel spielen nur eine sehr geringe Rolle.

Vor allem Raser und Gurtmuffel stellen die Beamten bei Kontrollen fest

2014 gab es im gesamten Gebiet der Polizeidirektion – also Dresden und die Landkreise Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Meißen – rund 138 600 Verkehrskontrollen (+25 000), darunter etwa 2 650 Geschwindigkeitskontrollen. Dabei überschritten circa 45 700 Autofahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit (+26 000). Fast 40 000-mal wurden Verwarngelder zwischen fünf und 55 Euro verhängt, 6 050 Fahrzeugführer zahlten ein Bußgeld – 60 Euro aufwärts, meist kamen Punkte und/oder Fahrverbote dazu.

Insgesamt ahndeten die Beamten im Bereich der Polizeidirektion 117 700 Verkehrsordnungswidrigkeiten (+21 000). Über 10 000 Fahrzeugführer hatten keinen Gurt angelegt. Rund 2 300 wurden mit Handy am Ohr erwischt. Weil die Polizei inzwischen stärker mit auf andere Delikte hin überprüft, sei insgesamt auch mehr Drogenbesitz bei den Verkehrsteilnehmern festgestellt worden, so Barthel.

Mangelnde Moral bei Radfahrern, technische Mängel bei Lkws

Seit knapp sechs Jahren gibt es bei der Verkehrspolizei eine spezielle Fahrradgruppe. Bei den Radfahrern ahndeten die Beamten insgesamt rund 6 700 Verstöße (+1 400). Barthel spricht in dem Zusammenhang von einer „oftmals mangelnden Verkehrsmoral“. Bestätigt würde das durch die steigenden Bürgerbeschwerden. Daher werde man diese Kontrollen weiter ausweiten.

Ebenfalls im Visier hatte die Polizei Firmentransporter und Lkws. Von den kontrollierten rund 3 350 Fahrzeugen wurde fast ein Drittel beanstandet. In 285 Fällen musste gar die Weiterfahrt wegen gravierender Mängel untersagt werden.

Weniger Unfälle, aber mehr Tote und Schwerverletzte auf den Autobahnen

Auf den Autobahnabschnitten im Raum Dresden – dazu gehören auch die A 4 und A 17 – wurden im vergangenen Jahr 1 496 Unfälle registriert (-2,3%.) 256 Personen wurden dabei verletzt. Zwölf Menschen kamen ums Leben, acht mehr als 2013. Die Zahl der Leichtverletzten sank um 32 auf 157. Die Zahl der Schwerverletzten ist mit 128 um mehr als das Doppelte gestiegen. Vor allem das schwere Busunglück bei Dresden im Juli mit 11 Toten und 68 Verletzten prägt dabei die Statistik. Hauptunfallursachen waren Raserei, zu geringer Abstand und Alkohol oder Übermüdung.

Quelle: SZ-Online.de