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Wilsdruffs Feuerwehrchef lädt ein
Juni 5, 2010 · Kommentar schreiben
40 Jahre Jugendarbeit werden am Sonntag zum Feuerwehrfest gefeiert. Beim Tornado-Einsatz durften die Jüngsten aber nicht helfen.

Ist stolz auf die Jugendarbeit: Der Wilsdruffer Wehrführer Siegfried Sautner wird beim 40. Jubiläum am Alten Bahnhof mitfeiern.Foto: Stephan Klingbeil
Das Festzelt am Alten Bahnhof ist bereits aufgebaut. Die historische Gulaschkanone steht noch im Museum der Feuerwehr in Wilsdruff und wird am Sonntag reaktiviert. Dann werden nicht nur 15 bis 20 Feuerwehr-Oldtimer zur Schau gestellt. Auch die Hauptakteure des diesjährigen Feuerwehrfestes treten in Aktion: 17 Mädchen und Jungen zählt die Jugendfeuerwehr in der Stadt. Sie wollen ab 11 Uhr zeigen, warum die Jugendfeuerwehr Kindern und Jugendlichen interessante Freizeitmöglichkeiten bietet.
Die 8- bis 18-Jährigen haben gemeinsam mit älteren Kameraden Spiele vorbereitet, stellen Löschangriffe nach oder führen Einsatztechnik vor. Während Blaskapellen aus Wilsdruff und Pretzschendorf bis 17 Uhr aufspielen, wollen sich die Feuerwehrleute präsentieren und um Nachwuchs werben. Denn das Motto der alljährlichen Feierlichkeiten, bei denen erstmals auch die Hobby-Eisenbahner vom Verein Interessengemeinschaft Verkehrsgeschichte Wilsdruff eingebunden sind, lautet diesmal „40 Jahre Jugendarbeit“ der Wilsdruffer Wehr.
Nachwuchsprobleme bekannt
Der frühere Wehrführer Werner Müller hatte 1970 in der Schule vier Kinder als „Junge Brandschutzhelfer“ für die Wilsdruffer Jugendabteilung rekrutieren können. Nachdem die Mitgliederzahlen im vergangenen Jahrzehnt auf sechs geschrumpft war, ist sie seit einiger Zeit wieder zweistellig. Voriges Jahr lag sie sogar bei 21 jungen Feuerwehrleuten. „Wir sind stolz darauf, dass die Mitgliederzahl bei uns ansteigend ist“, freut sich Wehrleiter Siegfried Sautner zwar. „Das liegt an dem guten Umfeld, das den jungen Leuten hier geboten wird.“ Der ehrenamtliche Helfer weiß aber auch um das „generelle Problem“ mit dem Nachwuchs. Wegen Ausbildung und Arbeit blieben oft nur wenige, im Schnitt zwei oder drei junge Brandschützer pro Jahr, die nach der Volljährigkeit freiwillig eine zweijährige Ausbildung für den aktiven Dienst beginnen.
Ein wichtiger Grund für die ansteigende Zahlen in der Gemeinde könnte die intensive Nachwuchswerbung in den vergangenen Jahren sein. So sind Daniel Semich, seit 2001 Jugendwart, und andere Wilsdruffer in Kitas und Schulen gegangen oder haben mit Faltblättern versucht, junge Leute für die Feuerwehr zu begeistern.
Die Mädchen und Jungen nehmen an Wettkämpfen, Ausbildungstreffen und Sportveranstaltungen teil. So wurden Zeltlager mit benachbarten Feuerwehrgruppen angeboten oder Fußballturniere organisiert. Und beim Kreisausscheid im Mai belegten junge Brandlöscher der Gemeinde den zweitenPlatz von 19 Teams. „Wir tun viel für den Nachwuchs“, sagt der 27-Jährige Semich. „Aber selbst wenn Dinge wie Einladungen schreiben, Anträge stellen oder das Vorbereiten von Dienstplänen sehr zeitintensiv sind, macht die Arbeit mit den Kindern doch Spaß.“
Ein Höhepunkt der Nachwuchsarbeit 2010 fand wohl am vergangenen Wochenende in Wilsdruff statt. Anlässlich des Berufsfeuerwehrtags nahmen viele Kinder und Jugendliche an der 33–Stunden-Aktion des Landes teil. Schirmherr der ursprünglichen 48–Stunden-Aktion ist der Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Aufgrund von gekürzten Zuschüssen ist die 2006 ins Leben gerufene Aktion laut den Organisatoren vielerorts geschrumpft.
Nach Tornado im Einsatz
Nichtsdestotrotz haben sich die jungen Helfer ins Zeug gelegt. Neben dem nächtlichen Löschen eines unter Aufsicht in Brand gesetzten Holzstapels standen unter anderem gemeinnützige Aktionen wie Denkmal- und Parkpflege auf dem Programm. Zudem mussten die Helfer einen Holunderbusch auf einer Treppe vor der Seniorenanlage Katharinenhof beseitigen.
Zur gleichen Zeit waren ein Dutzend Kameraden aus der Gemeinde in Großenhain unterwegs. Sie halfen drei Tage lang, Schäden nach dem Tornado zu beseitigen. „Einige Jugendliche von uns hätten dort auch gern geholfen“, sagt Semich. Aus sicherheitstechnischen Gründen ist das für Jugendliche aber nicht möglich.
Quelle: SZ-Online (Text & Foto: Stephan Klingbeil)

